1-sicht empfiehlt Lese-, Hör-, Sehstoff: November 2018

Lesestoff:
NSA – Nationales Sicherheitsamt
Andreas Eschenbach

„Stellt euch vor, die Nazis hätten unsere Computertechnik gehabt“, so kommentiert der Autor Andreas Eschenbach seinen Roman (Deutschlandfunk, 16.10.2018) Man mag ergänzen: „Stellt euch vor, was mit unserer Computertechnik alles möglich ist.“

NSA - Nationales Sicherheits-Amt - Andreas Eschbach
Bildquelle: Bastei-Lübbe-Verlag

Quellen und links

Bastei-Lübbe-Verlag

Andreas Eschbach über sein Buch „NSA – Nationales Sicherheitsamt“, Interview im Deutschlandfunk am 16.10.2018

1-sicht’s Empfehlungen für Literatur, Audio, Video

NSA - doppeldeutig der Titel, unheimlich der Inhalt
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Bosnien – Armut, Abwanderung, Solidarität mit Flüchtlingen

Bosnien ist seit dem Friedensabkommen von Dayton 1995 aufgeteilt in die Föderation Bosnien-Herzegowina mit dem Regierungssitz Sarajewo und die Republika Srpska mit dem Regierungssitz Banja Luka. Alle wichtigen politischen Ämter wurden damals paritätisch mit je einem Vetreter der im Land ansässigen Bevölkerungsgruppen besetzt:

  • muslimische Bosniaken
  • katholische Kroaten
  • orthodoxe Serben

Das Prinzip gilt von den Ministerien bis zu Gemeinderäten und führt dazu, dass Bosnien heute über 14 Parlamente, 136 Minister und drei Präsidenten verfügt. Die Präsidenten wechseln sich in einem Turnus von 8 Monaten im Amt ab. Das Land gilt als unregierbar. Es ist gekennzeichnet von ausufernder Dezentralisierung, Korruption und überdimensionierter Bürokratie.  Die Arbeitslosigkeit liegt bei fast 40 Prozent. Viele Menschen wandern ab. Vor dem Krieg im Jahr 1991 lebten 4,5 Millionen Menschen in Bosnien, jetzt sind es 3,6 Millionen. In den vergangenen 2 Jahren sollen 80.000 Frauen und Männer ausgewandert sein. (der Freitag, 15. November 2018)

Nun steht Bosnien, wo die meisten Menschen selbst mehr schlecht als recht leben, vor der Herausforderung, eine zunehmende Zahl an geflüchteten Personen aufzunehmen und im Winter zu versorgen. Die Migrationsrouten in Europas Süden verlagern sich nach Westen, da Serbien, Ungarn, Kroatien keine Vertriebenen ins Land lassen. In Bosnien wurden 2017 weniger als 1.000 Flüchtlinge gezählt, seit Jänner 2018 sind es 20.000. Die Menschen kommen aus Syrien, dem Irak, Pakistan, Afghanistan und Südafrika. 4.000 etwa sind derzeit im Land, die meisten im Nordwesten in den Städten Bihac und Velika Kladusa, 2 Kilometer von Kroatiens Grenze entfernt.

In Bihac hausen 1.000 im Borici, vor dem Krieg ein Internat für Studentinnen und Studenten, das derzeit winterfest gemacht wird.  Stadt und Rotes Kreuz richten in einer ehemaligen Lagerhalle ein Camp mit Betten, Duschen, Toiletten und Strom für 600 Personen ein.

In Velika Kladusa leben die Menschen in einem verlassenen Hangar  oder in einem Camp ohne Elektrizität, mit mäßig funktionierenden Wasserleitungen.  Niemand fühlt sich zuständig. Hilfe kommt von den Organisationen Ärzte ohne Grenzen und dem Roten Kreuz. Und von den Einheimischen.

Solidarität mit den Vertriebenen

Die Bevölkerung Bosniens ist trotz der eigenen Armut hilfsbereit und hat bisher den nationalistischen Tönen insbesondere des Führers der bosnischen Serben, Milorad Dodik, widerstanden. Dodik behauptet, die Zentralregierung in Sarajevo heiße Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten nur deshalb willkommen, damit Bosnien und Herzegowina ein muslimisches Land wird.

Amira Hadzimehmedovic von IOM hält die eigene Geschichte der bosnischen Menschen für den Grund ihrer Solidarität. Auch sie fühlten sich einst von der Welt vergessen, als sie Krieg, Flucht und Armut erlebten.

Quellen und links

Flucht kennen sie hier; Klaus Petrus; der Freitag, Nr. 46, 15. November 2018

Internationale Organisation für Migration, IOM: wikipedia

über Bosnien & Herzegowina auf wikipedia

über Republika Srpska auf wikipedia

über Bihac auf wikipedia

über Velika Kladusa auf wikipedia

Literatur über Bosnien: Leseempfehlung auf 1-sicht

Lesen und lesen lassen, das ist Solidarität
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