1-sicht empfiehlt Lese-, Hör-, Sehstoff: Jänner 2020

Die unbewohnbare Erde.
Leben nach der Erderwärmung
von David Wallace-Wells

Die heute schon spürbaren und die schlimmstmöglichen Folgen der Klimaerwärmung sind das Thema des Journalisten David Wallace-Wells in diesem spektakulären Report, der die vielen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die die Mehrheit der Menschen oft gar nicht erreichen, begreifbar, ja fühlbar macht. (der Freitag)

unbewohnbare Erde
Originaltitel: The Uninhabitable Earth
Originalverlag: Crown/Tim Duggan Books

Quellen und links

Verlag Randomhouse

der Freitag – die Wochenzeitung

die unbewohnbare Erde lesen
1-sicht meint: Lesen nährt den Verstand

Auf die Klimakatastrophe vorbereiten

Die Klimakatastrophe kommt. Um uns darauf vorzubereiten, sollten wir zugeben, dass wir sie nicht verhindern können. Das schreibt Jonathan Franzen in seinem Kommentar in der Zeitung The New Yorker am 8. September 2019. Seine Einschätzungen muten drastisch an.

hoffen und leugnen

Wer jünger als 60 Jahre ist, hat gute Chancen, Zeuge der radikalen Destabilisierung des Lebens auf der Erde zu sein: Ernteausfälle, apokalyptische Feuer, zusammenbrechende Volkswirtschaften, epische Fluten, Millionen von Flüchtlingen, die aus Regionen fliehen, welche aufgrund von extremer Hitze oder ständiger Trockenheit unbewohnbar geworden sind. Wer unter 30 ist, wird garantiert Zeuge.

Wer sich um den Planeten Erde und die Menschen und Tiere, die diesen bewohnen, sorgt, hat zwei Möglichkeiten: Entweder hoffen, dass die Katastrophe vermieden wird und immer frustrierter oder verärgerter über die Untätigkeit der Welt sein. Oder akzeptieren, dass das Unglück kommt und darüber nachdenken, was Hoffnung bedeuten kann.

In der Öffentlichkeit überwiegt die Hoffnung auf Vermeidung. Obwohl sich die Faktenlage zum Klimawandel in den vergangenen 30 Jahren verändert hat, bleiben die Botschaften gleich. ‚Ärmel aufkrempeln‘, ‚Planeten retten‘, ‚Lösung der Klimaproblem ist möglich, man müsse nur wollen.‘ Dies mag in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre wahr gewesen sein, als die Wissenschaft Klarheit über das Ausmaß der von den Menschen verursachten Emissionen in die Atmosphäre bekam. Mittlerweile ist es unrealistisch.

Psychologisch mag diese Leugnung sinnvoll sein. Trotz der ungeheuerlichen Tatsache, dass man sterben muss, lebt man in der Gegenwart und nicht in der Zukunft. Man schenkt seine Aufmerksamkeit lieber seinem Frühstück heute als seinem Tod irgendwann. Und eigentlich ist ja mit dem Planeten noch alles weitgehend normal. Anders als religiöse oder thermonukleare Apokalypsen, denen das Binaritätsprinzip zu Grunde liegt – mit einem Schlag ist die gerade noch funktionierende Welt zerstört – anders als derartige Apokalypsen ist die Klimakatastrophe schleichend. Zunehmend schwerere, chaotische Krisen werden zum Zerfall der Zivilisationen führen.

Es wird also sehr schlecht werden. Aber vielleicht nicht für alle. Und vielleicht nicht für einen selbst.

Stopp der Klimakatastrophe: radikale Einschnitte wären nötig

Die Atmosphäre und die Ozeane können nur solange Hitze aufnehmen, solange der Klimawandel aufgrund von Rückkoppelungen nicht völlig aus dem Ruder läuft. Wissenschafter sagen, dass der kritische Punkt bei einer Erwärmung der Erde um rund 2 Grad Celsius erreicht ist. Laut Intergovernmental Panel on Climate change – I.P.C.C – müssen wir in den nächsten 3 Dekaden erreichen, dass 0 (in Worten: Null) klimaschädliche Emissionen in die Atmosphäre gelangen. Es reicht nicht, den Trend der vergangenen 3 Jahrzehnte umzudrehen.

Gemäß einer Publikation im Magazin Nature würden die CO2-Emissionen der global bereits vorhandenen Infrastruktur bei Nutzung während der normalen Lebensdauer die ‚erlaubten‘ CO2-Emissionen übersteigen. Bei dieser Schätzung sind die zahllosen im Bau befindlichen und geplanten Projekte für neue Energie- und Transportsysteme nicht berücksichtigt. Um innerhalb der erlaubten Grenzen zu bleiben, müsse in den Ländern und länderübergreifend interveniert werden. New York City zu einer grünen Utopie zu wandeln, wird nichts bringen, wenn in Texas weiterhin nach Öl gebohrt und mit dem Pickup gefahren wird.

Interventionen sind auf ihre Wirksamkeit zu prüfen. Die Biotreibstoffförderung der EU beschleunigte die Abholzung in Indonesien für Palmölfarmen. Das ist kafkaesk. Von den amerikanischen Unterstützungen für Ethanoltreibstoff profitierten die Maisfarmer.

Schließlich müssen die Menschen hohe Steuern und Einschränkungen akzeptieren. Sie müssen die Realität des Klimawandels akzeptieren und darauf vertrauen, dass die harten Eingriffe sinnvoll sind. Sie dürfen unliebsame Nachrichten nicht als fake news abtun. Sie müssen Nationalismen, Klassen- und Rassensentiments beiseite stellen. Sie müssen Opfer für Nationen, die in weiter Ferne und Generationen, die in weiter Zukunft leben, erbringen.

auf die Klimakatastrophe vorbereiten

Trotz aller Evidenzen für die Klimakatastrophe, ändert die Menschheit nichts. Statt zu leugnen, sollten wir uns daher die Wahrheit sagen und uns dieser stellen. Die Klimakatastrophe kommt. Bereiten wir uns darauf vor.

Auch mit dieser Einstellung ist es richtig, an der Reduktion der CO2-Emissionen zu arbeiten. Selbst wenn wir die Erwärmung um 2 Grad nicht verhindern können, ist jeder verhinderte Hurrikan, jede verhinderte Flut ein Ziel, auf das hinzuarbeiten lohnend ist. Es ist eine ethische Entscheidung für jede und jeden Einzelnen, sich für die bessere von zwei oder mehreren Handlungsoptionen zu entscheiden.

Unklug ist es, den Hauptfokus auf den Versuch der Vermeidung des Klimawandels zu legen und überwiegend in Megaprojekte für erneuerbare Energien zu investieren, wenn dabei bestehende Öko-Systeme zerstört werden (wie z.B. in Nationalparks in Kenia oder für Wasserkraftprojekte in Brasilien). Das schwächt die Widerstandskraft der Natur zusätzlich. Zudem fehlen dann Finanzmittel für Wiederaufbau und humanitäre Hilfe nach Katastrophen.

Sobald die Menschheit eingesteht, dass der Kampf gegen den Klimawandel verloren ist, werden andere Maßnahmen wichtiger. Maßnahmen, die die Gesellschaften in den Blick nehmen. Mit zunehmendem Chaos neigt der Mensch zu Tribalismus. Selbstjustiz tritt an die Stelle der Gesetze. Um dem vorzubeugen, muss das sichere Funktionieren von Demokratien, rechtsstaatlichen Systemen und der Gemeinschaften garantiert sein. Die Stärkung zivilisatorischer Errungenschaften kann eine Vorbereitung auf die zu erwartende Klimakatastrophe sein.

Die Hoffnung auf die Umkehr des Klimawandels kann aufgegeben werden. Nicht aufzugeben sind kleine Hoffnungen, genährt durch das individuelle Engagement in Projekte, Institutionen, Orte, Naturerscheinungen, die man für wichtig hält, die man schätzt. Wer weiß, wie überlebenswichtig ‚kleine‘, regionale, vereinzelte Organisationen und Biotope dereinst sein werden.

Quellen und links

The New Yorker: What, if we stopped pretending?

Jonathan Franzen:
wikipedia – deutsch
wikipedia – englisch

über die Klimakatastrophe lesen
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1-sicht empfiehlt Lese-, Hör-, Sehstoff: November 2019

Wie Demokratien sterben.
Und was wir dagegen tun können.
von Steven Levitsky und Daniel Ziblat

Die Autoren „erzählen aufregende Fallgeschichten, analysieren und vergleichen die historischen Konstellationen weltweit. Deutschland 1932/33 ist dabei, Mussolinis Italien 1922, Chávez’ Venezuela seit 1993, aber auch erfolgreiche, kaum bekannte demokratische Abwehrkämpfe wie in Belgien 1936 oder in Finnland 1930. “ (Zeit online)

Nachdenken über gefährdete Demokratien
Nachdenken über gefährdete Demokratie
Originaltitel: How democracies die

Quellen und links

Verlag DVA

Lesetipp Zeit online

zu beziehen im Faltershop

über sterbende Demokratien lesen
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Migration weltweit mit Fokus auf Afrika

70,8 Millionen Menschen galten Ende 2018 als Flüchtlinge, Asylsuchende oder intern Vertriebene. Das waren doppelt so viele wie zehn Jahre zuvor. (Quelle: Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, NZZ). Deutschland hatte 2018 rund 83 Millionen Einwohner, Frankreich rund 67 Millionen, Großbritannien rund 66 Millionen. Mehr Frauen, Männer und Kinder, als in Frankreich leben, waren 2018 auf der Flucht oder emigrierten.

Eine zynische Quizfrage könnte lauten: „Wer beherbergt weltweit die meisten Flüchtlinge? Bringen Sie die folgenden, alphabetisch gereihten Staaten in die entsprechende Reihenfolge:“

  • Asien und Pazifik
  • Europa
  • Naher Osten und Nordafrika
  • Nord- und Südamerika
  • Subsahara-Afrika
  • Türkei

Manche mag die richtige Antwort überraschen:

Migration: Afrika beherbergt die meisten Flüchtlinge

Subsahara-Afrika sind jene Länder, die ganz oder teilweise südlich der Sahara liegen. Dort leben insgesamt 920 Millionen Menschen und derzeit über 6,3 Millionen Flüchtlinge. Das sind mehr als als ein Viertel aller Flüchtlinge weltweit und mehr als doppelt so viele wie in Europa, wo 746 Millionen Menschen leben.

Uganda bietet 1,2 Millionen Flüchtlingen – die meisten aus den Nachbarstaaten – Schutz, der Sudan 1,1 Millionen und Äthiopien 903.000. Uganda und Sudan nahmen allein 2017 rund eine Million Flüchtlinge, die meisten davon aus dem Südsudan, auf. In vielen Ländern Afrikas übersteigt die Zahl der Immigranten jene der Emigranten (positiver Migrationssaldo). Das gilt für Südafrika (4 Millionen Zu-, 1 Million Auswanderer), Kenya, Äthiopien, Uganda und die Elfenbeinküste. Zu den Immigranten gehören Flüchtlinge und Arbeitssuchende aus den oft ärmeren Nachbarländern.

Laut UNHCR leben 80 Prozent aller Flüchtlinge in einem Nachbarstaat ihres Heimatlandes. Zwei Drittel der Flüchtlinge stammen aus lediglich fünf Ländern: Syrien, Afghanistan, Sudsudan, Burma, Somalia.

Asylsuchende, die nach Europa reisen

Aus welchen Ländern kommen die Menschen, die über das Mittelmeer nach Europa reisen? In den ersten 8 Monaten des Jahres 2019 kamen rund 10.000 aus Afghanistan, über 6.000 aus Syrien.

2019 stammen rund zwei Drittel der afrikanischen Migranten in Europa aus Marokko, Kongo-Kinshasa, Mali, Elfenbeinküste und Guinea.

Migrationsabsichten

Laut einer weltweiten Gallup-Umfrage (2017) haben weltweit 14 Prozent der Menschen den Wunsch, zu emigrieren. In Subsahara-Afrika liegt der Prozentsatz bei 31, in Nordafrika inklusive Naher Osten bei 22, in Lateinamerika bei 23 und in europäischen Nicht-EU-Ländern bei 27 Prozent. Das afrikanische Meinungsforschungsinstitut Afrobarometer erhob 2018, dass 20 Prozent jener Afrikaner, die einen Emigrationswunsch hegen, Europa zum Ziel haben, 47 % ein anderes afrikanisches Land. Vor allem junge, gut ausgebildete Menschen wollen ihr Land verlassen.

Quellen und links

„Sitzt ein ganzer Kontinent auf gepackten Koffern? – Acht Antworten zur Migration aus Afrika“, NZZ, 20.9.2019

Subsahara-Afrika, aus: Wikipedia

Europa, aus: Wikipedia

„Syriens Nachbarn und die Flüchtlinge“, auf 1-Sicht

Flüchtlinge in und aus Afrika
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Krieg im Jemen: Rüstungsgüter aus EU-Ländern

Seit 2004 rebelliert die vom Iran unterstützte schiitische Huthi-Bewegung im Jemen immer wieder gegen Regierungstruppen. 2014 übernehmen die Huthis die Kontrolle über die Hauptstadt Sanaa. Am 15. Februar 2015 verurteilt der UN-Sicherheitsrat die Huthi-Angriffe (Resolution 2201). Im März 2015 beginnt eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition der Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten, Sudan und Marokko militärisch gegen die Huthis vorzugehen. Der UN-Sicherheitsrat wiederholt die Verurteilung und Aufforderung zur Beilegung der Feindseligkeiten. LE MONDE diplomatique lenkt in der Ausgabe vom September 2019 im Artikel ‚Europäische Waffen für einen schmutzigen Krieg‘ die Aufmerksamkeit auf die von der Weltöffentlichkeit wenig beachteten Kampfhandlungen und ihre humanitären Folgen.

schlimmste humanitäre Krise des Planeten

24,1 Millionen von 28,5 Millionen Jemeniten sind auf Hilfe angewiesen, 14,3 von akuter Hungersnot bedroht. Bis Ende 2018 hat das Kriegsgeschehen im Jemen rund 60.000 Verletzte und 10.000 Tote gekostet sowie 4,8 Millionen Menschen zu Flüchtlingen gemacht. Im Februar 2018 warnte die UNO vor der ’schlimmsten humanitären Krise des Planeten‘. Laut NGOs greift die Koalition auch nicht-militärische Ziele an. Zum Beispiel wurde im April 2018 eine Hochzeitsfeier bombardiert (30 Tote, darunter 13 Kinder) und im Oktober 2016 eine Trauerfeier (140 Tote). Im August 2018 wurde ein Bus beschossen (51 Tote, darunter 40 Kinder).

Europäische Organisationen, die sich mit Rüstungskontrolle beschäftigen, kritisieren, dass die im Jemenkrieg eingesetzten Waffen aus den USA und Europa stammen. Zwar verpflichten der multilaterale Vertrag über den Waffenhandel (Arms Trade Treaty, ATT) sowie der ‚Gemeinsame Standpunkt der EU zu Waffenausfuhren‘ die Unterzeichnerstaaten dazu, keine Rüstungsgüter zu exportieren, wenn „eindeutig das Risiko besteht“, dass diese eingesetzt werden, „um schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht zu begehen“. Doch werden Angriffe und Morde an Zivilisten gerne als Kollateralschäden abgetan.

2017 genehmigten die EU-Länder Waffenexporte im Wert von über 17 Milliarden Euro für Saudi Arabien und 5 Milliarden Euro für die Vereinigten Arabischen Emirate. Frankreich hat 2018 Waffen im Wert von 1,4 Milliarden Euro an Saudi Arabien und Militärgüter im Wert von 237 Millionen Euro an die Vereinigten Arabischen Emirate geliefert. Die beiden kriegführenden Staaten beziehen von den Rüstungsunternehmen aus Frankreich, Deutschland und Großbritannien komplexe Systeme wie Kampfflugzeuge oder Schiffe. Technologisch einfachere Rüstungsgüter werden in Osteuropa bestellt.

Frankreich rechtfertigt die Waffenexporte einerseits damit, die Existenzfähigkeit und Unabhängigkeit der eigenen Verteidigungsindustrie zu erhalten (Ministerin Florence Parly, 7. Mai 2019), andererseits mit dem Hinweis, dass die Huthis ebenso Kriegsverbrechen begehen und täglich die Grenzen zum strategischen Partner Saudi Arabien verletzen (Abgeordneter Fabien Gouttefarde).

wie Waffenembargos umgangen werden

Erst nach dem Mord am Journalisten Kamal Khashoggi im saudischen Konsulat von Istanbul im Oktober 2018 reagierten einige Staaten (Österreich, Dänemark, Norwegen, die Niederlande, Finnland) mit Waffenembargos gegen Saudi Arabien. Für Deutschland erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass es keine Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien mehr gäbe, solange die Ermordung nicht aufgeklärt sei.

Diese Ankündigung betraf die gesamte europäische Rüstungsindustrie, denn Deutschland ist Zulieferer an zahlreiche Unternehmen. Dies ist eine Folge der Restriktionen nach dem Zweiten Weltkrieg. Es war Deutschland verboten, eine eigene Rüstungsindustrie aufzubauen. Man verlegte sich auf die Entwicklung von Einzelteilen, die für andere bestimmt sind. So finden sich zum Beispiel in von Großbritannien nach Saudi-Arabien exportierten Eurofightern Einzelteile aus deutscher Herkunft. Auf Druck aus Frankreich und England schränkte Deutschland das Embargo auf Rüstungsgüter ausschließlich deutscher Herkunft ein.

Deutsche Unternehmen umgehen das Embargo, indem sie über Tochterunternehmen in anderen Ländern ausführen. Die langfristige Strategie der Rüstungsunternehmen sieht vor, sich direkt in Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten anzusiedeln. Noch belegen die beiden Länder regelmäßig Spitzenplätze in den Ranglisten der Abnehmer von Rüstungsgütern. Bald werden sie die Ranglisten der Produzenten anführen.

Quellen und links

LE MONDE diplomatique, September 2019, Romain Mielcarek, ‚Europäische Waffen für einen schmutzigen Krieg‘

Militärinterventionen im Jemen, wikipedia

über die Republik Jemen, wikipedia

Gemeinsamer Standpunkt der EU für Rüstungsexporte

Waffentransfers, SIPRI-Jahrbuch 2018 auf 1-sicht

der unbeachtete Krieg im Jemen
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Desinformation durch Asymmetrie in der Berichterstattung

Nicht nur Lügen – neuerdings als fake-news oder alternative Fakten bezeichnet – tragen zur Desinformation bei. Auch Asymmetrie bei der Berichterstattung führt dazu, dass das Publikum einen verfälschten, sogar falschen Eindruck von Geschehnissen erhält und falsche Schlüsse zieht.

Zur Asymmetrie bei journalistischer Arbeit zählen Serge Halimi und Pierre Rimbert von Le Monde diplomatique, wenn vergleichbare Ereignisse in nicht vergleichbarer Weise beschrieben und kommentiert werden, unter anderem durch

  • unterschiedliche Wortwahl
  • unterschiedliche Häufigkeit und/oder Prominenz von Nachrichten
  • Auslassungen

Halimi und Rimbert nehmen die Berichterstattung über den Abschuss der US-Drohne durch den Iran am 20. Juni 2019 zum Anlass, auf Asymmetrie hinzuweisen. Zur Erinnerung, Iran zerstörte eine Drohne, die sich nach Teheran-Version innerhalb, nach Pentagon-Version außerhalb des iranischen Territoriums befand. Doch kaum jemand stellte die prinzipielle Frage nach der Legitimität der US-amerikanischen Militärpräsenz am Golf. Macht es einen Unterschied, ob ein (böser) autoritärer Staat oder eine (gute) Demokratie internationales Recht verletzt?

Gräueltat versus unvermeidbarer Unfall

Anhand der Berichterstattung über 2 Flugzeugabschüsse in den 1980er Jahren soll Asymmetrie in US-amerikanischen Medien (New York Times, Time Magazin, Newsweek KAL, Washington Post) sichtbar gemacht werden.

Flugzeugabschuss 1, 1983 – ‚Gräueltat‘

Boeing 747 der Korean Air Lines mit 269 Passagieren an Bord, am Weg von Seoul nach New York, abgeschossen am 1. September 1983 durch einen sowjetischen Suchoi-Jäger

Das Flugzeug war nachts aus Versehen von der Route abgekommen und in den sowjetischen Luftraum über sensible Militäranlagen gekommen. Der Kreml erklärte, es für ein Spionageflugzeug gehalten zu haben.

In der New York Times las man am 2. September 1983 unter dem Titel ‚Mord in der Luft: „Es kann keine Entschuldigung geben, wenn ein Land – ganz gleich, welches – ein harmloses Linienflugzeug abschießt.“

Newsweek schrieb am 13. September 1983: „Mord in der Luft. Ein unbarmherziger Hinterhalt.“ und das Time Magazin am selben Tag „Schießen, um zu töten. Gräueltat in der Luft. Die Sowjets schießen ein ziviles Flugzeug ab“

Flugzeugabschuss 2, 1988 – ‚Unfall‘

Flug 655 der Iran Air, Linienflugzeug mit 290 Passagieren an Bord, am Weg nach Dubai, zerstört am 3. Juli 1988 durch den Kreuzer „USS Vincennes“, der in iranischen Hoheitsgewässern patroullierte.

Anfangs bestritten die USA, für den Abschuss verantwortlich gewesen zu sein, schließlich gestand die US-Regierung mit dem Ausdruck ‚tiefen Bedauerns‘ den Vorfall ein und zahlte den Familien der Opfer Entschädigung (61,8 Millionen Dollar).

In der New York Times las man z.B.: „Auch wenn dieses Ereignis schrecklich ist, es war ein Unfall. Man kann sich nur schwer vorstellen, wie die Navy ihn hätte verhindern können.“ oder „Auch der Iran ist verantwortlich, wenn er zivile Flugzeuge in die Nähe eines Kampfgebietes fliegen lässt, zumal er diese Auseinandersetzung selbst begonnen hat.“

Newsweek titelte am 18. Juli 1988: „Warum es geschah.“ – Wurde die Zerstörung durch das sowjetische Spionageflugzeug als aktive ‚Gräueltat‘ beschrieben, war die Zerstörung durch den US-Kreuzer ein passives Ereignis. Ähnlich das Time Magazin, das berichtete „Was am Golf schiefging“.

neutrale versus empathische Begriffe

Washington Post und New York Times wählten im Falle des Sowjet-Abschusses am häufigsten die Adjektive brutal, barbarisch, absichtlich, kriminell. Den Abschuss durch das US-Kriegsschiff bezeichneten sie am häufigsten als irrtümlich, tragisch, verständlich, gerechtfertigt.

Die Opfer waren im ersten Fall ‚unschuldige Menschen‘ oder ‚geliebte Menschen‘ mit ‚ergreifenden persönlichen Geschichten‘, im zweiten Fall ‚Passagiere‘, ‚Reisende‘ oder ‚Menschen‘.

Der Politikwissenschaftler Robert Entman, der 1991 in einer vergleichenden Studie die unterschiedliche Darstellung der beiden Fälle in US-Medien herausarbeitete, resümierte, dass Medien im Falle des sowjetischen Angriffs ‚den moralischen Bankrott und die Schuld der Nation, die den Schuss abgefeuert hat, betonten, im zweiten Fall dagegen die Schuld klein redeten und die Komplexität von Militäroperationen betonten.‘

Quellen und links

Asymmetrie in der Berichterstattung vermeiden
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1-sicht empfiehlt Lese-, Hör-, Sehstoff: August 2019

América
von Thomas Coraghessan Boyle

Im Jahr 1995 erscheint der Roman ‚Tortilla Curtain‘ – deutsch ‚América‘ – von T. C. Boyle. Die Schicksale einer Familie aus der weißen Mittelschicht und eines Paares aus Mexiko, das illegal eingewandert ist und obdachlos lebt, kreuzen sich immer wieder auf unglückselige Weise. Während die einen um ihren Besitz und zugleich um die Wahrung ihrer humanistischen Werte ringen, kämpfen die anderen täglich ums Überleben.

América: Roman
Quelle: www.dtv.de

Ort der Handlung ist im und beim Topanga Canyon nahe Los Angeles im Bundesstaat Kalifornien. Aus dem nahen Tijuana jenseits der Grenze zu Mexiko (‚Tortilla Curtain‘) versuchten Mexikaner auf der Suche nach Lebensmöglichkeiten in die USA zu gelangen.

Das Buch – bei seinem Erscheinen umstritten – ist mittlerweile Schullektüre in den USA und war 2013 das Gratisbuch der Aktion „Eine Stadt. Ein Buch.“ der Stadt Wien.

Links

über América auf wikipedia

über T. C. Boyle auf wikipedia

Empfehlungen von 1-sicht

beim Lesen von 'Amèrica'
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Was die Welt Flüchtlingen schuldet

Essay von Angelina Jolie

im Magazin TIME, 1. Juli 2019
frei übersetzt von 1-sicht

Was sehen Sie vor Ihrem geistigen Auge, wenn Sie an Flüchtlinge denken? Wahrscheinlich niemanden europäischer Herkunft. Aber, wären Sie ein Kind des 2. Weltkrieges und fragten Ihre Eltern, was ein Flüchtling war, so würde man Ihnen europäische Menschen beschreiben.

Über 40 Millionen Menschen wurden damals aufgrund des Krieges heimatlos. Das UN-Flüchtlingshochkommissariat (U.N. Refugee Agency, UNHCR) wurde ihretwegen gegründet. Das vergessen wir. Einige der Führungspersönlichkeiten, die in härtester Rhetorik gegen Flüchtlinge wettern, haben biografische Spuren in Staaten, die tragische Flüchtlingserfahrungen machten und denen durch die internationale Gemeinschaft geholfen wurde.

Beim ersten Anzeichen von bewaffneten Konflikten oder Verfolgung ist der natürliche menschliche Reflex, die Kinder von Bedrohung fernzuhalten. Von Bomben, Massenvergewaltigung oder Mördertruppen bedroht, raffen die Menschen das Wenige zusammen, das sie tragen können und suchen Sicherheit. Flüchtlinge sind Menschen die entschieden haben, einen Konflikt zu verlassen. Sie lotsen sich und ihre Familien durch den Krieg. Oft helfen sie, ihre Staaten wieder aufzubauen. Das sind Qualitäten, die zu bewundern sind.

Von der Pflicht, Flüchtlingen zu helfen

Warum dann hat das Wort ‚Flüchtling‘ in unserer Zeit eine solch negative Konnotation erhalten? Warum werden Politiker/innen gewählt, die versprechen, Grenzen zu schließen und Flüchtlinge zurück zu schicken?

Heute ist die Differenzierung zwischen Flüchtling und Migrant verschwommen und politisiert. Flüchtlinge sind aufgrund von Verfolgung, Krieg oder Gewalt gezwungen worden, ihre Länder zu verlassen. Migrantinnen und Migranten haben entschieden, woanders hinzuziehen, hauptsächlich um ihr Leben zu verbessern. Manche politischen Führer verwenden die beiden Begriffe absichtlich austauschbar und bedienen sich feindlicher Rhetorik, die Ängste gegen alle Außenseiter schürt.

Jeder verdient Würde und faire Behandlung, aber wir müssen uns der Unterscheidungen klar sein. Nach internationalem Recht ist es keine Möglichkeit, Flüchtlingen zu helfen, es ist eine Verpflichtung. Es ist möglich, strenge Grenzkontrollen, faire und humane Einwanderungspolitik und unsere Verantwortung, Flüchtlingen zu helfen, zu verbinden. Über die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit sind Kinder. 4 von 5 leben in Staaten, die an jene Konflikt- oder Krisenzone grenzen, aus der sie geflohen sind. Weniger als 1% der Flüchtlinge sind jemals ständig umgesiedelt, inklusive in westlichen Staaten.

Amerikas Großzügigkeit bedeutet, dass wir die meiste Hilfe leisten. Aber betrachten wir den Libanon, wo jede 6. Person ein Flüchtling ist. Oder Uganda, wo ein Drittel der Bevölkerung in extremer Armut lebt und die knappen Ressourcen mit über einer Million Flüchtlingen teilt. Weltweit tun jene Länder, die am wenigsten haben am meisten.

70 Millionen Vertriebene weltweit

Als ich vor 18 Jahren damit begann, für die U.N. Refugee Agency (UNHCR) tätig zu werden, gab es rund 40 Millionen gewaltsam vertriebene Menschen und die Hoffnung, dass die Anzahl zurück geht. Dem jüngsten UNHCR-Report zufolge beträgt die Anzahl der gewaltsam vertriebenen Menschen mittlerweile über 70 Millionen und ist rasch steigend. Von Myanmar bis Südsudan scheitern wir, Konflikte zu lösen und den Menschen eine Rückkehr zu ermöglichen. Und wir erwarten, dass die U.N. irgendwie mit dem resultierenden menschlichen Chaos fertig wird.

In der ersten Sitzung der U.N. Generalversammlung in 1946, wurde den Mitgliedsstaaten durch President Truman die folgende wichtigste Verantwortung auferlegt. Er sagte, die U.N. “ kann die eigenen Verpflichtungen nicht adäquat erfüllen, solange keine Friedensabkommen gelten und diese Friedensabkommen eine solide Basis für ständigen Frieden bilden.“

Aber die traurige Wahrheit ist, dass die Mitgliedsstaaten Instrumente und Standards der U.N. selektiv anwenden. Oft stellen sie Geschäfts- und Handelsinteressen vor das Leben unschuldiger Menschen, die von Konflikten betroffen sind. Wir werden müde oder desillusioniert und wenden unsere diplomatischen Bemühungen ab, bevor die Staaten stabilisiert sind. Wir suchen Friedensvereinbarungen, wie zum Beispiel in Afghanistan, die Menschenrechte nicht zentral beinhalten. Und wir beachten den Einfluss des Klimawandels als Hauptfaktor von Konflikt und Vertreibung kaum.

37.000 Vertriebene pro Tag

Wir setzen Hilfe als Ersatz für Diplomatie ein. Aber man kann Krieg nicht mittels humanitärer Hilfe befrieden. Schon gar nicht, wenn die wenigsten humanitären Fonds mit nicht einmal 50% finanziert sind. Für den Fonds, der 2019 für Syrien nötig wäre, erhielt die U.N. nur 21%. Für Libyen beträgt das Ausmaß nur 15%.

Voriges Jahr betrug die durchschnittliche Zahl der Vertriebenen 37.000 pro Tag. Stellen Sie sich vor, für dieses Maß an Verzweiflung Unterstützung zu organisieren, wenn nicht einmal Mittel zur Verfügung stehen, um der Hälfte der Personen zu helfen.

Der 20. Juni ist der Weltflüchtlingstag. Er gemahnt uns, dass es eine Illusion ist zu denken, irgendein Staat kann sich hinter seine Grenzen zurück ziehen und schlicht hoffen, dass die Probleme vorbei ziehen. Wir brauchen politische Führung und Diplomatie. Wir müssen auf langfristigen Friede – aufbauend auf Gerechtigkeit, Recht und Verlässlichkeit – fokussieren, damit Flüchtlinge nach Hause zurück kehren können.

Das ist kein sanfter Zugang. Das ist der harte Weg des Tuns, aber es ist der einzige, der einen Unterschied machen wird. Die Entfernung zwischen uns und den Flüchtlingen der Vergangenheit ist kürzer als wir denken.

Angelina Jolie

Angelina Jolie ist mitwirkende Redakteurin des Magazins TIME, Schauspielerin, Oskar-Preisträgerin und Gesandte des U.N. Flüchtlingshochkommissariat

Quellen und links

UNHCR – wikipedia

UNHCR Österreich – UNHCR

Weltflüchtlingstag – UNHCR

Angelina Jolie – wikipedia

Menschenrechte auf 1-sicht

Angelina Jolie, Gesandte des UNHCR
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Iran und USA – über eine historische Gegnerschaft

Seit die USA das Atomabkommen mit Iran aufgekündigt haben, ist die Welt eine weitere Nuance nervöser geworden. Warum Iran den Forderungen der USA nicht nachkommen wird und wo die Ursachen für die fast reflexartige und jedenfalls kompromisslose Gegnerschaft zwischen Iran und USA liegen, zeichnet Christian Weisflog in der NZZ vom 6.7.19 nach.

Die Ereignisse des 19. August 1953 spielen eine erhebliche Rolle. Der populäre, demokratisch legitimierte Ministerpräsident Mohammed Mossadegh wird gestürzt und durch Schah Mohammed Reza Pahlavi ersetzt. Drahtzieher waren amerikanische und britische Geheimdienste. Denn sie erwarteten vom Schah einen prowestlichen, antikommunistischen Kurs.

Die Geschichte vor dem Putsch

In den 1940er Jahren kontrollierte Grossbritannien die Anglo-Iranian Oil Company. Deren Gewinn ging lediglich zu maximal 25 Prozent an Iran. Mossadegh führte damals eine Bewegung für die Verstaatlichung der Erdölindustrie an. 1951 stimmte das iranische Parlament für die Verstaatlichung und wählte Mossadegh zum Ministerpräsidenten. In der Folge verhängte die Briten ein Erdölembargo gegen den Iran und wandten sich an die USA um Hilfe. Als 1953 Dwigth D. Eisenhower (Republikaner) Harry S. Truman (Demokrat) im Präsidentenamt ablöste, wurde Großbritannien erhört, Mossadegh gestürzt und Schah Reza Pahlavi eingesetzt.

Das Schah-Regime wurde von USA und Israel gestützt. Iran lieferte Erdöl ins von arabischen Staaten belagerte Israel. Israel entsandte Militärberater in den Iran und bildete die berüchtigte Geheimpolizei des Schahs aus.

Palahvi führte säkulare Reformen nach Atatürks Vorbild ein. Der iranisch-schiitische Islamismus wird als Gegenreaktion darauf gesehen.

Revolution gegen den Schah und Erstarken des Islamismus

1979 demonstrierten die Menschen im Iran gegen den Schah. Noch damals trugen sie Porträts von Mossadegh mit sich. Revolutionsführer Ruhollah Khomeiny wusste sowohl iranische Nationalisten und Islamisten als auch Linke und Konservative hinter sich. Sie einte die Ablehnung des von den USA aufgezwungenen Schah-Regimes.

Khomeiny und sein Nachfolger Ali Khamenei waren stark durch die ägyptische Muslimbruderschaft beeinflusst. Der iranische Kleriker Navvab Safavi, Gründer der revolutionären Gruppierung Fedayin-e Islam, war eine zentrale Verbindungsfigut zwischen der Bruderschaft und dem schiitischen Islamismus. Bereits 1950 formulierte er ein Konzept für einen islamischen Staat und predigte einen offensiven Jihad, um die vom Westen verdorbenen muslimischen Gesellschaften zu befreien.

In der eigenen Ideologie gefangen

Das revolutionäre Regime des Iran war nach 1979 zur Pragmatik gezwungen. Daher enthält das theokratische Staatsmodell auch republikanische Elemente. Trotzdem muss das Regime zu seiner Existenzsicherung an seiner radikalen Ideologie festhalten. Dabei hilft es, wenn die USA oder Israel mit den Säbeln rasseln. Denn kompromissloser Widerstand gegen die Feinde ist Schmiermittel jeder totalitären Revolution. Auch der Erste Golfkrieg 1980-1988 (Iran-Irak-Krieg), bei dem USA den Irak unterstützte, vertiefte Irans Trauma von 1953 und festigt die Selbsteinschätzung als Opfer des amerikanischen Imperialismus. Der einzige Ausweg daraus ist aus Irans Sicht der kompromisslose Kampf gegen den amerikanischen ‚Satan‘ – auch wenn dieser Kampf mit dem Märtyrertod endet.

Angesichts der tiefen Gegnerschaft waren bereits die amerikanisch-iranischen Verhandlungen über ein Atomabkommen – und erst recht der ‚Atom-Deal‘ – bemerkenswert. Die Aufkündigung seitens USA nunmehr und die Forderung ‚Iran müsse ein normaler Staat werden‘, heißt nach Lesart des Iran, die amerikanische Ordnungsmacht sei im Nahen Osten zu akzeptieren. Dies scheint unrealistisch zu sein.

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Iran

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USA

Quellen und links

NZZ, Irans Regime kann vor dem amerikanischen ‚Satan‘ nicht kuschen. Eine Kapitulation wäre eine ideologische Selbstaufgabe. Eine Analyse. Christian Weisflog, Beirut, 6.7.2019

Spiegel, Iran: Details des Atom-Deals, 14.7.2019

Islamische Republik Iran – wikipedia

Vereinigte Staaten von Amerika – wikipedia

Iran und USA in historischer Gegnerschaft
1-sicht meint: Lesen nährt den Verstand

Pressefreiheit in Österreich: von Platz 11 auf 16 gesunken

Die LE MONDE diplomatique berichtet in ihrer Ausgabe Mai 2019 unter der Rubrik ‚Meldungen des Monats – Reporter ohne Grenzen‘ unter anderem über Österreich:

„In Österreich stellen Politiker der Regierungspartei FPÖ die Unabhängigkeit des Journalismus im öffentlich-rechtlichen Fernsehen infrage. Am 23. April hat ORF-Moderator Armin Wolf den FPÖ-Kandidaten für die Europawahlen Harald Vilimsky auf Parallelen in der Bildsprache eines migrantenfeindlichen Comics der FPÖ-Jugend und antisemitischen Nazi-Karikaturen angesprochen. Wegen dieser ’skandalösen‘ Frage forderte Vilimsky den ORF_Intendanten auf, Wolf zu entlassen. Verbale Angriffe von Politikern gegen Medienschaffende sind der Hauptgrund dafür, dass Österreich in der neuen RoG-Rangliste (Anmerkung: Reporter ohne Grenzen) der Pressefreiheit von Platz 11 auf Platz 16 abgerutscht ist.“

Quellen und links

LE MONDE diplomatique

Reporter ohne Grenzen: auf wikipedia

Über Presse, Pressefreiheit auf 1-sicht: Fake-News, postfaktisch, alternative Fakten – wenn Machthaber ihre eigene Wirklichkeit bauen

Demokratie braucht Pressefreiheit und PresseleserInnen
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